Physikerin des Monats
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März 2026
Sabine Klepsch, Geschäftsführerin der Firmen Seletec und Senova
Über mich und meine Arbeit
Ich entschloss mich erst im Maturajahr zum Physikstudium, weil mir klar wurde, dass ich die grundlegenden Prozesse unserer Welt möglichst tief verstehen wollte. Nach meinem Abschluss an der TU Wien begann ich 1996 eine Kooperation mit dem Institut für Hydraulik der BOKU und der TU Wien. Mein Forschungsschwerpunkt lag auf Transportprozessen gelöster Stoffe in Böden, insbesondere auf Simulation, Modellierung und Nichtgleichgewichts-Phänomenen in porösen Medien.
Es folgten ein Forschungsaufenthalt am Institut für Grundwasserforschung in Dresden (1997) sowie ein Stipendium der ARC Seibersdorf research GmbH in Zusammenarbeit mit BOKU und TU Wien (1998–2001). Ab 2001 war ich wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bodenforschung der BOKU und arbeitete unter anderem an der Verknüpfung molekularer Sorptionsstudien mit makroskopischen Parametern sowie an Rhizosphärenmodellierung.
Neben meiner Lehrtätigkeit war ich organisatorisch u. a. an mehreren internationalen Fachveranstaltungen beteiligt und Co-Managerin des EU-Teilprojekts TREND (AquaTerra).
2010 begann ich - zusätzlich zu laufenden Forschungsprojekten - etwas ganz anderes: Ich folgte meiner Leidenschaft für das Segeln, und arbeitete ca 9 Jahre überwiegend in St. Maarten/Karibik als Organisator und Skipper für Motorboot-Touren und Segelregatta-Charter, oft inklusive Training. 2019 übernahm ich schließlich die Geschäftsführung der Spritzgussfirma Seletec und der Handelsfirma Senova, die ich bis heute mit großer Begeisterung leite.
Was kann man für mehr Chancengleichheit in der Physik tun?
Ich hatte während meines Studiums Glück mit meinen ProfessorInnen und KollegInnen meines Jahrgangs. Frauenfeindliche Kommentare hatte ich gottseidank nicht erlebt und auch sonst nie das Gefühl, aufgrund meines Geschlechts abgelehnt zu werden. Auch bei Instituten wie der Chemie, und am Atominstitut, wurde ich für Praktika sofort akzeptiert. Ehrlich gesagt war mein größtes Hindernis mein damals nicht sehr ausgeprägtes Selbstbewusstsein ;-). Allerdings begegnen wir wahrscheinlich alle im Leben immer wieder Männern, die sich Frauen gegenüber bei technischen Themen arrogant oder überheblich verhalten.
Wichtig ist aus meiner Sicht, bereits in der Volksschule mehr für Chancengleichheit und Stärkung des Selbstbewusstseins von Mädchen zu tun – einige der Physikerinnen dieser Plattform engagieren sich hier bereits. Das Interesse an Physik könnte mit konkreten, interessanten Experimenten schon wesentlich früher auch bei Mädchen geweckt werden. Wenn im Mathematik-Unterricht dann auch mehr Bezug zwischen Rechnungsmethoden und solchen Experimenten hergestellt werden würde, könnte das auch das Interesse an der “Sprache der Physik” fördern… Aktionen wie “Die Spürnasen” sind ideal, um schon in jungen Jahren sowohl bei Mädchen als auch Buben die Begeisterung für Wissenschaft generell zu wecken.
Da geht es um die Motivation der Jugend für bestimmte Themen. Welche Wege stehen nach dem Studium offen? Wie sehen die Jobchancen aus – auch außerhalb der klassischen Wissenschaft? Und sind die Grundlagen dafür für alle wirklich gleich?
Sucht man nach Forschungsergebnissen zu Unterschieden zwischen Frauen und Männern – etwa via AI oder durch „Googeln“ – findet man häufig Zusammenfassungen wie:
• Alltagserfahrungen formen das Gehirn, wodurch geschlechtsspezifische Rollenerwartungen Unterschiede verursachen können.
• Hormone beeinflussen Verhalten, Emotionen und Persönlichkeit – allerdings innerhalb großer individueller Bandbreiten.
• „Männer und Frauen sind sich ähnlicher, als sie verschieden sind“, wie es die US-Psychologin Janet Shibley Hyde in ihrer „Gender Similarities Hypothesis“ formuliert.
Gerade jetzt, wo AI unser Leben mehr und mehr begleiten wird, werden Frauen in vielen Bereichen sicher mindestens auf Augenhöhe gegenüber den Männern arbeiten.
Wenn Sie mehr über Sabine Klepsch und ihre Arbeit erfahren möchten, finden Sie hier den Link zur ihrem XING-Profil sowie hier den Link zur ihrem LinkedIn-Profil.