Physikerin des Monats

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August 2026

Claudia Lopez, Physikerin bei Senoplast Klepsch Co & GmbH

© Claudia Lopez

Über mich und meine Arbeit

Ich habe mein Physikstudium in Mexiko begonnen, wo ich ursprünglich herkomme. Während meines Masterstudiums in Physik und Materialwissenschaften hatte ich die Möglichkeit, im Rahmen eines Kooperationsprojekts nach Österreich zu kommen. Dieses Projekt beschäftigte sich mit der optischen Charakterisierung während des CVD-Wachstums von zweidimensionalen Materialien.

Anschließend begann ich mein Doktoratsstudium am Institut für Experimentelle Physik, in der Abteilung für Oberflächenphysik der Johannes Kepler Universität Linz. Dort war ich außerdem sechs Jahre lang als Universitätsassistentin tätig. Meine Forschung konzentrierte sich auf das Wachstum und die Oberflächencharakterisierung ultradünner molekularer Schichten und Nanostrukturen.

Derzeit arbeite ich bei Senoplast, einem internationalen Marktführer in der Herstellung coextrudierter Kunststoffplatten und -folien für verschiedenste technische Anwendungen. Als Teil des Forschungs- und Entwicklungsteams fungiere ich als Schnittstelle zwischen den technischen Abteilungen in Österreich und Mexiko, wodurch ich auch weiterhin eine enge Verbindung zu meinem Heimatland pflegen kann.

Die Physik hat mir in meinem Leben immer wieder neue Möglichkeiten und Erfahrungen eröffnet. Bis heute überrascht sie mich mit ihrer breiten Anwendbarkeit und ihrer wichtigen Rolle nicht nur in der akademischen Forschung, sondern auch im industriellen Umfeld.

Was kann man für mehr Chancengleichheit in der Physik tun?

In der Physik und in den technischen Wissenschaften war es meiner Erfahrung nach häufig so, dass ich eine der wenigen Frauen in einem überwiegend von Männern geprägten Umfeld war. Bereits in jungen Jahren beeinflussen gesellschaftliche Erwartungen unsere Vorstellungen davon, welche Rollen Frauen und Männer einnehmen sollen. Meiner Meinung nach haben diese Vorstellungen einen erheblichen Einfluss auf die beruflichen Wege, die wir später einschlagen.

Obwohl wir in einer modernen Gesellschaft leben, bestehen noch immer Vorurteile hinsichtlich der Fähigkeiten von Frauen. Ich bin überzeugt, dass mehr Chancengleichheit nur erreicht werden kann, wenn wir unsere Vorstellung davon verändern, was als „normal“ gilt. Dies gelingt vor allem durch Bildung und durch Vorbilder.

Unsere Präsenz als Frauen in traditionell männerdominierten Bereichen ist ein wichtiger Schritt, um solche Vorurteile sowohl in der Gesellschaft als auch im beruflichen Umfeld abzubauen. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, jüngeren Generationen zu vermitteln, dass Frauen in jedem beruflichen Umfeld genauso erfolgreich sein können wie Männer.

Meiner Meinung nach ist es außerdem wichtig, wie wir Frauen einander unterstützen und miteinander umgehen, besonders wenn wir in der Minderheit sind. Wir sollten uns bewusst sein, dass wir selbst, bewusst oder unbewusst, stereotype oder sexistische Vorstellungen weitertragen können. Ein Umfeld zu schaffen, in dem Frauen in ihrem Berufsleben ermutigt statt eingeschränkt werden, erfordert nicht nur Vorbilder, sondern auch starke Netzwerke der gegenseitigen Unterstützung und Solidarität. Durch gegenseitige Ermutigung und den Austausch von Erfahrungen können wir lernen, für uns selbst einzustehen und uns beruflich weiterzuentwickeln.

Auch wenn wir von vollständiger Gleichstellung noch entfernt sind, bin ich der Meinung, dass das Schaffen und die Teilnahme an Formaten wie diesem zu dem notwendigen Bewusstseinswandel beitragen, der für eine inklusivere Zukunft entscheidend ist.

Wenn Sie mehr über Claudia Lopez und ihre Arbeit erfahren möchten, finden Sie hier den Link zur Website von Senoplast Klepsch Co & GmbH.