Robert Hauser 1961 - 2026

Mit großer Betroffenheit nimmt die Österreichische Physikalische Gesellschaft Abschied von Dipl.-Ing. Dr. Robert Hauser. Mit ihm verlieren wir einen engagierten Physiker, Hochschullehrer und langjährigen Wegbegleiter der ÖPG, der sich insbesondere für Fragen der Energie und Nachhaltigkeit mit großem persönlichem Einsatz eingebracht hat.

Robert Hauser stammte aus Bodensdorf am Ossiachersee. 1981 begann er das Studium der Technischen Physik an der Technischen Universität Wien. Seine Diplomarbeit am damaligen Institut für Experimentalphysik, dem heutigen Institut für Festkörperphysik, beschäftigte sich mit den Kondo-Gittereigenschaften von CeAl₂. Auch seine Dissertation entstand am Institut für Experimentalphysik der TU Wien. Im Mittelpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeit standen intermetallische Verbindungen Seltener Erden mit Übergangsmetallen und insbesondere der Einfluss des Magnetismus auf ihre elektronischen Transporteigenschaften. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten Untersuchungen unter hohen hydrostatischen Drücken und in hohen Magnetfeldern.

Die experimentelle Festkörperphysik jener Jahre verlangte nicht nur physikalisches Verständnis, sondern auch ein hohes Maß an technischem Geschick, Beharrlichkeit und Improvisationsvermögen. Viele der für die Experimente notwendigen Anlagen und Steuerungen mussten selbst entwickelt und aufgebaut werden. Robert Hauser konzipierte gemeinsam mit der Institutswerkstätte anspruchsvolle Hochdruckapparaturen und entwickelte die für den Messbetrieb notwendigen Steuerprogramme. Dabei wurden Drücke bis in die Größenordnung von 100.000 bar erreicht. Seine Pionierarbeit auf diesem Gebiet schuf experimentelle Möglichkeiten, von denen auch nachfolgende Generationen von Studierenden und Forschenden am Institut profitierten.

Seine wissenschaftlichen Kenntnisse und experimentellen Fähigkeiten vertiefte Robert Hauser bei mehreren längeren Auslandsaufenthalten, unter anderem 1990, 1991 und 1993 am CNRS in Grenoble sowie 1994/95 an der Universität Kumamoto in Japan. Die Ergebnisse seiner Arbeiten wurden in international renommierten Fachzeitschriften, darunter Physical Review B, veröffentlicht und auf wissenschaftlichen Tagungen im In- und Ausland präsentiert.

Bis 2001 war Robert Hauser in verschiedenen wissenschaftlichen Positionen am Institut für Experimentalphysik der TU Wien tätig. Neben seiner Forschung engagierte er sich auch intensiv in der Lehre, unter anderem in Tutorien und Praktika für Studierende am Beginn ihres Studiums. Kolleginnen und Kollegen schätzten ihn als ausgesprochen freundlichen, hilfsbereiten und verlässlichen Menschen, der große fachliche Kompetenz mit Zielstrebigkeit und Ausdauer verband.

Später wechselte Robert Hauser an die Fachhochschule Kärnten, wo er als Professor tätig war und die Studiengänge Maschinenbau sowie Maschinenbau/Leichtbau leitete. Auch dort verband er wissenschaftlich-technische Fragestellungen mit Lehre und Anwendung. Fragen der Energieversorgung, der Nachhaltigkeit und der Transformation von Energiesystemen nahmen dabei zunehmend einen wichtigen Platz in seiner Arbeit ein.

Während vieler Jahre war die Österreichische Physikalische Gesellschaft ein besonderes Anliegen für Robert Hauser. Zunächst als Vorsitzender des Arbeitskreises Energie, später als Vorsitzender des Fachausschusses Energie und Nachhaltigkeit setzte er sich mit großem Engagement dafür ein, aktuelle Fragen der Energieversorgung und der Energiewende aus physikalischer, technischer und gesellschaftlicher Perspektive zu diskutieren. Einen besonderen Stellenwert hatten dabei die von ihm über viele Jahre maßgeblich organisierten ÖPG-Energietage. Sie brachten Fachleute aus Wissenschaft, Technik und Wirtschaft zusammen und schufen ein Forum, in dem aktuelle Herausforderungen der Energieversorgung fundiert und fachübergreifend behandelt werden konnten.

Darüber hinaus gehörte Robert Hauser dem erweiterten Vorstand der ÖPG an und vertrat dort die österreichischen Fachhochschulen. Damit brachte er nicht nur seine fachliche Erfahrung, sondern auch die Perspektive einer wichtigen Säule der österreichischen Hochschullandschaft in die Arbeit unserer Gesellschaft ein.

Robert Hauser hat die Österreichische Physikalische Gesellschaft über viele Jahre mit seinem Wissen, seiner Verlässlichkeit und seinem persönlichen Einsatz mitgetragen und mitgestaltet. Sein Engagement für den Fachausschuss Energie und Nachhaltigkeit, für die Energietage und für die Anliegen der Fachhochschulen war für die ÖPG von großem Wert.
Die Österreichische Physikalische Gesellschaft verliert mit Robert Hauser einen hochgeschätzten Kollegen und engagierten Mitstreiter. Für seine langjährige Arbeit und seinen großen persönlichen Einsatz für unsere Gesellschaft sind wir ihm zu tiefem Dank verpflichtet.

Wir werden Robert ein ehrendes Andenken bewahren.